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Beratung zur Meningokokken-Erkrankung, Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, Sepsis

Beschreibung der Leistung

Ausgelöst wird die Erkrankung durch Bakterien mit der Bezeichnung Meningokokken. Dieses sind Erreger, die sich im Nasen-Rachen-Raum des Menschen ansiedeln und sich dort bei etwa 10% der Bevölkerung, ohne dass diese erkranken, nachweisbar sind.


Krankheitsbild:

Meist eine Infektion der oberen Luftwege, dann akuter Fieberanstieg, schweres Krankheitsgefühl, Erbrechen, starke Kopfschmerzen, schon nach wenigen Stunden deutliche Nackensteifigkeit, allgemeine motorische Unruhe. Gerade bei Säuglingen oft unauffälliger Beginn mit fehlender Nackensteifigkeit, wohl wegen des Druckausgleichs durch die offene Fontanelle. Weitere Symptome: Bewusstseinstrübung, Krämpfe, Lähmungen, Exantheme, Hautblutungen. Bei zwei Drittel der Erkrankten entwickelt sich eine Meningokokken-Meningitis (Entzündung der Hirnhäute). Die Erkrankung kann auch zur Entzündung verschiedener Körperorgane führen und/oder eine Blutvergiftung (Sepsis) mit inneren Blutungen und Einblutungen in die Haut (Waterhouse-Friderichsen-Syndrom) und letzendlich ein Herz-Kreislauf- und komplettes Organversagen auslösen.


Ansteckungsmodus:

Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch oder direkter Kontakt. Bei Neugeborenen auch durch Kontakt mit verkeimten Einrichtungs- oder Hausgegenständen. Die Erreger können auch durch gesunde Keimträger übertragen werden und bei empfänglichen Menschen zu einer behandlungsbedürftigen und ansteckenden Erkrankung führen. Ansteckungsfähig sind Sekrete, Ausscheidungen des Nasen-Rachenraumes z. B. Schleim und Spucke, die z. B. über Husten und Küssen weitergegeben werden. Gefährdet sind Kinder und Erwachsene, die einen engen Kontakt mit dem Erkrankten hatten, beispielsweise durch Küssen und/oder Umarmung.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit:

Solange Keime aus dem Nasen-Rachenraum isoliert werden können, bei Meningokokken im Allgemeinen nur wenige Tage. Die größte Ansteckungsfähigkeit besteht ab Ausbruch der ersten Symptome. Die Erkrankten können aber auch schon vor den ersten Krankheitszeichen ansteckungsfähig sein, höchstens aber bis zu sieben Tage vor Erkrankungsbeginn.

Schutzmaßnahmen:

Absonderung des Erkrankten/der Erkrankten auf einer Infektionsstation bis mindestens 24 Stunden nach Beginn der spezifischen Therapie. Kontaktpersonen, deren Kontakt zum/zur Erkrankten so eng war, dass eine Tröpfcheninfektion möglich war, empfehlen wir eine vorbeugende Gabe von Antibiotika. Sinnvoll ist sie bei engem Kontakt (z. B. gemeinsamer Haushalt) bis zu 10 Tagen vor Ausbruch der Erkrankung. Eine vorbeugende Impfung gibt es nur gegen die Menigokokken der Stämme A, C, W, Y. Diese wird zusätzlich zu Antibiose bei Ansteckung mit diesen Stämmen empfohlen. In Europa finden jedoch meistens Infektionen durch den Stamm der Menigokokken B statt, gegen die es noch keinen Impfstoff gibt.

RKI-Empfehlung zur Chemoprophylaxe für Kontaktpersonen:

Die Chemoprophylaxe muss schnellstmöglich durchgeführt werden. Sinnvoll ist eine solche Maßnahme maximal bis 10 Tage nach dem letzten Kontakt zu einem Erkrankten.

Mittel der Wahl für Kinder ist Rifampicin .

Es wird bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen bis 60 kg über 2 Tage in einer Dosierung von 2 x 10 mg/kg KG /Tag gegeben (maximale ED 600 mg).

Jugendliche ab 60 kg und Erwachsene erhalten 2 x 600 mg/Tag für 2 Tage.

Bei Neugeborenen im 1. Lebensmonat beträgt die Dosis 2 x 5 mg/kg KG/Tag ebenfalls für 2 Tage.

Für Erwachsene ist ebenfalls Ciprofloxacin (einmalige Dosis 500 mg p.o.) für die Chemoprophylaxe zugelassen.

Weiterhin ist eine Prophylaxe mit Ceftriaxon (nur i.m. Applikation) mit einer einmaligen Gabe von 125 mg bei Kindern unter 12 Jahren und 250 mg bei Kontaktpersonen über 12 Jahren möglich.

Bei Schwangeren ist Ceftriaxon das Mittel der Wahl. Das darin enthaltene Lidocain gilt in dieser einmaligen Dosierung trotz des generellen Hinweises der Roten Liste auf eine Kontraindikation von Lidocain als unbedenklich in der Schwangerschaft.

Alle drei Präparate führen mit hoher Sicherheit zur Eradikation von Meningokokken im Nasopharynx.

Stand der RKI Empfehlung: August 2010


Weitere Schutzmaßnahmen:

Zum Reinigen von Oberflächen, Geschirr und Wäsche sind die üblichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen ausreichend.

Der Keim verträgt keine höheren Temperaturen und trocknet schnell aus. Er ist zudem sehr lichtempfindlich. Eine großräumige Desinfektion, beispielsweise von Klassen- oder Gruppenräumen ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen erteilt Ihnen das Gesundheitsamt Region Kassel.

Welche rechtlichen Grundlagen sind zu beachten?

§ 25 Infektionsschutzgesetz

Sprechzeiten:


Montag: 8.00 - 16.00 Uhr
Dienstag: 8.00 - 16.00 Uhr
Mittwoch: 8.00 - 16.00 Uhr
Donnerstag: 8.00 - 16.00 Uhr
Freitag: 8.00 - 12.30 Uhr

Wer ist für Sie zuständig?


Frau Bianca Hedrich
Zimmer: 3.75
Telefon: 0561 / 1003-1974
Telefax: 0561 / 1003-1913
E-Mail: bianca.hedrich@kassel.de

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