Grundsätze zur Betreibung von Kosmetik-, Fußpflege-, Tattoo- und Piercing-Studios

Seit dem 18. März 2003 unterliegen Kosmetik- und Fußpflegestudios sowie Podologiepraxen und Tattoo- und Piercingstudios zur Einhaltung von Hygienebestimmungen der Überwachung des Gesundheitsamtes, woraus sich folgende Grundsätze ergeben:

  1. Der Arbeitsplatz ist vom übrigen Teil des Betriebes zu trennen, Zuschauer sollten nach Möglichkeit durch eine Barriere auf Abstand gehalten werden.
    Alle Oberflächen einschließlich Bodenbelag müssen glatt und überall einer Wischdesinfektion zugänglich und gegenüber Desinfektionsmitteln widerstandsfähig sein.
    Insbesondere die Arbeitsfläche mit den vorbereiteten Materialien und Instrumenten muss aufgeräumt, sauber und mit einem Desinfektionsmittel überall gründlich abgewischt worden sein. Getränke, Aschenbecher, Zeitungen etc. haben auf der Arbeitsfläche nichts zu suchen.
     
  2. In der Nähe des Arbeitsplatzes muss eine leicht erreichbare Händewaschgelegenheit mit fließendem kalten und warmen Wasser vorhanden sein. Die hygienisch erforderlichen Mittel zum Reinigen und Desinfizieren sowie zum Abtrocknen der Hände und zum Hautschutz müssen zur Verfügung stehen.
     
  3. Zur Aufnahme während der Behandlung anfallender Abfälle ist ein gut zu reinigender Abfalleimer mit selbstschließendem Deckel direkt am Arbeitsplatz erforderlich. Der Deckel ist immer geschlossen zu halten und muss per Fuß geöffnet werden können. Abfalleimer, die per Hand geöffnet werden müssen, sind nicht statthaft, da beim Abfallabwurf der Handschuh leicht mit dem Deckel in Berührung kommen kann.
    Spitze, scharfe oder zerbrechliche Gegenstände, die mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten verunreinigt sind oder sein können, dürfen nur in festen durchstichsicheren Behältern, die eine Verletzungsgefahr ausschließen, in den Abfall gegeben werden.
     
  4. Nach jeder mit Körperkontakt verbundenen Arbeit sind die Hände vor dem nächsten Kunden mit Wasser und Seife zu waschen.
    Bei Tätigkeiten, die eine Verunreinigung der Haut mit Blut oder Gewebsflüssigkeit befürchten lassen, sind wasserundurchlässige Schutzhandschuhe (Einmalhandschuhe) zu tragen.
    Kommt es zu Verletzungen des Personals oder liegen bei dem Personal eitrige oder nässende Hauterkrankungen vor, so sollten ein Schutzverband oder Schutzhandschuhe getragen werden, ggf. erfolgt vorübergehend kein Kundenkontakt.
     
  5. Eine hygienische Händedesinfektion ist in folgenden Fällen angezeigt:
    - nach Verunreinigung der Hände mit Blut und Eiter
    - nach Behandlung eines Kunden mit Verdacht auf eine ansteckende
    Krankheit
    - vor Tätigkeiten, bei denen die Haut des Kunden verletzt wird (z. B.
    tätowieren, piercen, Aknetoilette)
     
  6. Spitze und scharfe Instrumente, mit denen die Haut des Kunden unbeabsichtigt verletzt werden kann (z. B. bei der Maniküre), müssen nach jeder Anwendung desinfiziert und gereinigt werden.
     
  7. Eingriffe, bei denen die Haut des Kunden mit spitzen oder scharfen Instrumenten verletzt wird
    (z. B. tätowieren, piercen, Durchstechen der Ohrläppchen), dürfen nur mit sterilen Instrumenten durchgeführt werden.
    Hierbei sind steril verpackte Einmalartikel zu verwenden, bei mehrfach zu verwendende Geräten müssen diese nach jeder Anwendung sorgfältig desinfiziert, gereinigt und anschließend sterilisiert und bis zur nächsten Anwendung steril aufbewahrt werden.
    Jeder Sterilisationsvorgang muss durch Beifügung eines Behandlungsindikators (Papierstreifen mit Farbumschlag) oder sogenannten Chemoindikatoren, die die erfolgreiche Sterilisation anzeigen, geprüft werden. In den Sterilisationsplastikbeuteln können die sterilen Instrumente problemlos gelagert oder transportiert werden. Sie können dann unter den Augen des Kunden zum Entnehmen der Instrumente geöffnet werden. Das Auskochen der Instrumente, insbesondere derjenigen, die direkt an der Haut eingesetzt werden oder das alleinige Reinigen mit Desinfektionslösung ist zu unsicher und daher nicht akzeptabel.
     
  8. Vor einer vorgesehenen Verletzung der Haut (z. B. durch Nadelstiche) ist diese großflächig mit Seifenlösung zu reinigen und anschließend mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel zu desinfizieren. Hierzu sind sterilisierte, staubgeschützt gelagerte Tupfer oder nichtflusende Papiertücher zu benutzen, die nicht sterilisiert sein müssen, falls sie aus einer Originalverpackung entnommen werden. Möglich sind auch Papiereinmalhandtücher aus einem Handtuchspender. Papiertücher von einer sogenannten Küchenrolle sind nur dann zu gebrauchen, wenn sie vor Beginn des Arbeitstages bzw. einzelnen Kundenanwendungen von der Rolle abgerissen werden und so am Arbeitsplatz gelagert sind, dass ein Aufnehmen einzelner Tücher möglich ist.
    Übriggebliebene Papiertücher, die auf dem Arbeitstisch bereits gelegen haben bzw. mit den Händen in Berührung gekommen sein könnten, müssen nach Beendigung des einzelnen Kundenkontaktes ebenfalls in den Abfall gehen.
     
  9. Wird bei einer Verletzung des Kunden eine Blutstillung erforderlich, so soll diese unter Verwendung eines verpackten Einmaltupfers mit Druck auf die Wunde erreicht werden, wobei Blutkontakt vermieden werden muss.
     
  10. Blutverunreinigte Stellen an Einrichtungsgegenständen oder des Fußbodens sollen der desinfizierenden Reinigung unterzogen werden. Diese erfolgt mit einem Zellstoff- oder Wattebausch, der zuvor mit einem Händedesinfektionsmittel angefeuchtet wurde (Schutzhandschuhe tragen).
     
  11. Blutverunreinigte Textilien (Arbeitskleidung, Schürzen, Umhänge, Handtücher usw.) müssen ebenfalls desinfiziert werden.
     
  12. Die Arbeitskleidung muss sauber gehalten werden und ist wenigstens zweimal wöchentlich zu wechseln. Der Wechsel muss bei besonderer Verschmutzung (z. B. bei Verunreinigung mit Blut) sofort erfolgen.