Weitere Empfehlungen zum Betrieb von Kosmetik-, Fußpflege-, Tattoo- und Piercing-Studios

Über die allgemeinen Anforderungen hinaus sind für Tattoo- und Piercingstudios die folgenden Empfehlungen zusätzlich zu beachten:

  1. Alle Geräte und Instrumente, die an der Haut des Kunden eingesetzt werden, also insbesondere Nadeln, Nadelstange, Maschine wie auch alle Gegenstände, die während des Tätowiervorganges vom Tätowierer berührt werden, z. B. Gefäße für Vaseline, Farben, gebrauchte Nadeln usw., müssen nach Ende der Tätowierung beim jeweiligen Kunden mit reinigender Desinfektionslösung gründlichst gereinigt werden. Als Mindestmaßnahme können die gebrauchten Geräte und Instrumente zunächst in Desinfektionslösung eingelegt werden, um dann am Ende des Arbeitstages insgesamt gereinigt zu werden.
    Nadeln, Nadelstange und etwaige sonstige Gegenstände, die mit Blut oder Serum in Verbindung kommen (z. B. wieder zu verwendende Farbstoffplatten) müssen mit einem geeigneten Sterilisationsgerät sterilisiert werden. Am besten hierfür ist ein Sterilisationsverfahren mit gespanntem Dampf, einem sogenannten Autoklaven, geeignet. Dieses Verfahren ist sehr sicher in Bezug auf die Abtötung aller Krankheitskeime, außerdem energie- und metallschonend.
    Zur sicheren Handhabung und Lagerung der sterilisierten Instrumente ist ein Einschweißen in Sterilisationsplastikbeutel sehr zu empfehlen. Die empfindlichen Nadelspitzen können dabei sehr einfach mit Watte geschützt werden. Am besten geeignet dazu sind sterilisierbare Plastikbeutel. Aus Kostengründen können jedoch die bereits sterilisierten Instrumente mit einer sterilen Zange auch in einfache Haushaltsplastikbeutel verpackt und eingeschweißt werden. Falls Metallkästen zur Aufbewahrung steriler Instrumente benutzt werden, müssen die Kästen ebenfalls sterilisiert werden.
  2. Die Farben müssen aus einer mindestens 70%-igen alkoholischen Lösung (Isopropanol) bestehen. Direkt vor Beginn des Tätowiervorganges werden die benötigten Farben am besten in kleine Einmalgefäße gegeben, die nach Beendigung des Tätowiervorganges über den Abfall entsorgt werden. Das Ultraschallgerät, das Netz- und Steuergerät wie auch der Elektromotor und die Kabel selbst sind vor und nach Gebrauch beim einzelnen Kunden sorgfältig mit aldehydischer Desinfektionslösung durch Abwischen mit einem getränkten Lappen bzw. an schlecht zugänglichen Stellen durch Einsprühen mit der Desinfektionslösung zu desinfizieren.
    Dabei ist besonders auf die Desinfektion der Bedienungsknöpfe und Schalter zu achten. Eine zum Teil recht einfache Methode besteht auch darin, die Geräte während des Tätowiervorganges soweit wie möglich mit Einmalplastiküberzügen abzudecken, die nach Beendigung des Tätowiervorganges in den Abfall kommen.
    Zum Reinigen der Nadeln während des Tätowiervorganges ist im Ultraschallreiniger ein Einmalplastikbecher mit einem farblösenden Reinigungsmittel zu benutzen. Das Reinigungsmittel wird nach Beendigung des Tätowiervorganges über den Ausguss entsorgt, der Plastikbecher kommt in den Abfall.
  3. Zur Zwischenreinigung der Haut des Kunden wird in der Regel nichtschäumende Reinigungslösung aus einer Sprühflasche benutzt. Die Sprühflasche wird am sinnvollsten mit einem Einmalplastikbeutel abgedeckt. Dabei wird die Sprühdüse durch eine abgeschnittene Ecke des Plastikbeutels gesteckt. Auf diese Weise kann die Flasche nicht mit Blut oder Serum in Kontakt kommen. Nach Beendigung des Tätowiervorganges am Kunden geht der Plastikbeutel in den Abfall. Alternativ kann die Flasche auch am Ende des Tätowiervorganges gründlich mit Desinfektionsmittel desinfiziert werden.
  4. Salben (z. B. Vaseline oder antiseptische Salbe als abschließende Abdeckung der Haut) für die Versorgung der Haut des Kunden können auch aus einem größeren Topf entnommen werden, jedoch ausschließlich mit Einmalholzspateln. Auf keinen Fall darf die Salbe mit der Hand aus dem Salbentopf entnommen werden, da hier die Verunreinigung des Topfinhaltes mit Blut oder Serum vorstellbar ist. Es ist sinnvoll, die vor jedem Kunden desinfizierte Arbeitsfläche ebenfalls mit einem Papierhandtuch (frisch aus einer Originalpackung) abzudecken und die benötigten Instrumente und Geräte auf dem Papierhandtuch vorzubereiten.
  5. Beim Piercing sind sinngemäß exakt die gleichen Hygieneregeln, wie vorstehend beschrieben, anzuwenden.
  6. Kunden, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen oder unter 18 Jahre alt sind, dürfen nicht behandelt werden. Sollten bei einzelnen Kunden stärkere Hautentzündungen auftreten oder Sie sich selbst mit einer bereits gebrauchten Nadel verletzen, wenden Sie sich umgehend an einen Arzt.