Hepatitis B und C

Inkubationszeiten

Hepatitis-B: 
zwei bis sechs Monate
Hepatitis-C: 
zwei bis sechs Wochen
Hepatitis-D:
bei simultaner Infektion mit Hepatitis-B zwei bis sechs Monate, bei Super-Infektion eines chronischen Trägers zwei bis vier Wochen

Krankheitsbild

Unspezifische Prodromi sowie gastrointestinale und grippeähnliche Symptome mit Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Es gibt sowohl ikterische als auch anikterische Verläufe. Sofern eine hepatitische Organmanifestation vorliegt, erfolgt Ikterus, erneuter Fieberanstieg, hellfarbiger Stuhl und bierbrauner Urin, Leberschwellung, selten Milzvergrößerung, Juckreiz, flüchtige Exantheme. Fulminante tödliche Verläufe möglich. Die Hepatitis-B chroni­fiziert in ca. 10 % der Fälle, die Hepatitis-C in 30 - 70 % der Fälle. Hepatitis-D gibt es nur entweder als Simultaninfektion mit Hepatitis-B oder als Superinfektion bei bestehender chronischer Hepatitis-B. Hierbei Chronifizierungsraten bis 90 %.

Übertragungsweg

Hepatitis-B, C und D:
Übertragung durch unsterile Gerätschaften in dem Be­reich der (Zahn-) Medizin, aber auch bei Drogenabhängigen und in Piercing-, Tätowier-, Kosmetikstudios und in der Fußpflege, ferner durch ungeschützten sexuellen Kontakt, wo­bei die Hepatitis-C nur relativ schwer sexuell übertragbar ist.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit

Bei Hepatitis-B, solange HBsAg nachweisbar ist, d. h. schon innerhalb der Inkubationszeit und in der Regel zwei bis drei Monate danach, bei chroni­schen Verläufen fortbestehende Infektiösität. Bei Hepatitis-C gelten alle Anti- HCV-Positi­ven als potentiell infektiös. Dies gilt auch für alle Anti-HDV-Positiven.

Therapie

Symptomatisch, in Ausnahmefällen und bei chronischen Verläufen gegebe­nenfalls Interferon und Ribavirin.

Schutzmaßnahmen

Zur Hepatitis-B Prophylaxe kann man Kontaktpersonen simultan impfen und zwar aktiv mit Gen H-B-Vax bzw. Engerix + passiv mit HBIG-Behring. Da bei letzterem die Ampulle ca. 1200 DM kostet, ist sie nicht apothekengängig, sondern liegt im Notfalldepot der operati­ven Intensivstation des Klinikums Kassel bereit. Die Simultanimpfung sollte günstigenfalls spätestens binnen acht bis 12 Std. nach dem Inokulationsgeschehen erfolgen, sie kann mit ei­niger Aussicht auf Erfolg auch noch bis 48 Std. nach dem Inokulationsereignis durchge­führt werden, danach sinkt die Erfolgsquote rapide ab, obwohl eine Simultanprophylaxe in Einzelfällen noch bis sieben Tage nach einem Inokulationsereignis durchgeführt wird. (Bei Menschen mit bestehender wirksamer Schutzimpfung gegen Hepatitis-B kann man sich die Simultanprophylaxe selbstverständlich sparen.)

Mit der Hepatitis-B Prophylaxe macht man gleichzeitig ja auch eine Hepatitis-D Prophy­laxe, weil die Hepatitis-D ja nur als Ko- oder Superinfektion der Hepatitis-B vorkommt.

Eine Postexpositionsprophylaxe von Hepatitis-C und E ist nicht möglich, weil hierfür keine Impfstoffe zur Verfügung stehen.