Neugründung einer Selbsthilfegruppe

Die Themenpalette der Kasseler Selbsthilfegruppen ist breit. Dennoch könnte es sein, dass es gerade zu Ihrem Problem/Ihrer Erkrankung keine Selbsthilfegruppe in erreichbarer Nähe gibt. Falls es Ihnen um einmalige Informationen geht, kann KISS Ihnen bei vielen Themen den Kontakt zu einer bundesweite Anlaufstelle von Selbsthilfegruppen oder -organisationen vermitteln. Geht es Ihnen jedoch um einen kontinuierlichen, persönlichen Erfahrungsaustausch, bietet die KISS Ihnen die Möglichkeit, eine neue Selbsthilfegruppe zu gründen.

Wer kann eine Selbsthilfegruppe gründen?

Eine Selbsthilfegruppe kann jede Person gründen, die selbst von der Erkrankung oder dem Problem, um das es im Erfahrungsaustausch in der Gruppe gehen soll, betroffen ist. Hierzu gehören auch Angehörige, z.B. Eltern betroffener Kinder oder Ehepartner, die eine Selbsthilfegruppe für Angehörige gründen möchten.

Es ist nicht notwendig, dass die Person, die die Initiative zur Gruppengründung ergreift, einen Informationsvorsprung vor den übrigen Teilnehmerinnen hat. Das notwendige Wissen kann in der Gruppe gemeinsam erworben werden.

Die Person, die den Anstoß zur Gruppengründung gibt, sollte ein gewisses Mass an Zeit und Engagement mitbringen, um mit Unterstützung der KISS die Gruppe bekannt zu machen und die Entwicklung der Gruppe im späteren Verlauf verantwortlich zu begleiten.

Zu welchen Themen kann man Selbsthilfegruppen gründen?

Als Thema für eine Selbsthilfegruppe eignen sich  körperliche Erkrankungen oder Behinderungen,  Abhängigkeiten, psychische Probleme oder besondere Lebenslagen wie z. B. Arbeitslosigkeit, Alleinerziehend, Alleinstehend etc.

Das Thema sollte eindeutig benannt sein, damit Betroffene sich zuordnen können. Es kann sehr weit gefasst sein z.B. Frauengruppe oder enger, z.B. Väter in Trennungssituationen. Das Thema sollte genügend Inhalte bieten, so dass die Gruppe sich dauerhaft damit beschäftigen kann. Ziel sollte der  gegenseitige Austausch von Erfahrungen und Informationen sein und die gemeinsame Bewältigung, der besser Umgang mit der Erkrankung/dem Problem. Die Hauptrichtung der Aktivitäten ist auf die Mitglieder der Gruppe gerichtet.

Zusammenschlüsse von Menschen, die vorallem Aktivitäten nach außen entfalten wollen, z.B. gegen einen bestimmten Zustand (z.B. Mobilfunk, Gewalt an Schulen) sind keine Selbsthilfegruppen im eigentlichen Sinn.

Wie unterstützt die KISS die Neugründung von Selbsthilfegruppen?

Die KISS lädt Interessenten für eine Gruppengründung zu einem persönlichen Gespräch in die Beratungsstelle ein. In diesem Gespräch klären wir:
  • wie sich das Thema eindeutig beschreiben lässt
  • wer an der Gruppe teilnehmen soll (z.B. Betroffene, Angehörige)
  • ob eine Aussicht besteht, genügend Mitglieder zu finden
  • welche Aufgaben auf die Person, die die Gruppe gründen möchte zukommen
  • ob sich die Person, die die Gruppe gründen möchte, den Aufgaben gewachsen fühlt
  • Wie die Gruppe bekannt gemacht wird
  • Wann und wo die Gruppe sich regelmäßig treffen kann

Die KISS stellt für die Öffentlichkeitsarbeit ihre Kontakte zur Tagespresse zur Verfügung, so dass neue Selbsthilfegruppen kostenlos im redaktionellen Teil der Zeitung bekannt gemacht werden können. Es ist dabei nicht notwendig, dass der/die Gruppengründer/in ihren Namen oder Telefonnummer bekannt macht. Für die Kontaktaufnahme kann der Name der KISS und die Telefonnummer der Beratungsstelle verwendet werden.  Interessent/innen können sich so zuerst bei der KISS melden. Dann kann KISS im ersten Gespräch bereits klären, ob der/die Interessentin tatsächlich zu der neuen Gruppe passt.

Die neue Selbsthilfegruppe kann kostenlos im Selbsthilfetreffpunkt tagen.

Die ersten Gruppentreffen werden auf Wunsch von einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin der KISS begleitet. Diese/r erläutert den Selbsthilfegedanken und gibt Empfehlungen für den konstruktiven Ablauf eines Selbsthilfetreffens.

Die Mitarbeiter/innen der KISS stehen der Gruppe auch später in allen Fragen, die das Gruppenleben betreffen, zur Verfügung.