Yersinien

Inkubationszeit

Einige Tage bis zu zwei Wochen.

Krankheitsbild

Bei Säuglingen und Kleinkindern in der Regel akute Gastroenteritis mit Fieber, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen. Der Durchfall ist in der Regel wässrig, häufig schleimig, nur selten blutig. Die Dauer des Durchfalls beträgt ein bis 20 Tage, im Mittel neun Tage, oft aber nur wenige Tage.

Bei Schulkindern und Jugendlichen manifestiert sich die Infektion meist als akute mesenteriale Lymphaderitis mit Fieber, Bauchschmerzen, besonders in der Blinddarm­gegend ("Pseudoappendizitis"). Durchfälle sind hierbei selten! Spontane Ausheilung in der Regel nach zwei Wochen.

Bei Erwachsenen werden sehr unterschiedliche klinische Formen beobachtet, zum Beispiel "grippale Infekte" mit Fieber oder eine chronisch-rezidivierende Ileocolitis (Darmentzündung). Bei entsprechend prädisponierten Patienten kommt es nicht selten zur hämatogenen Absiedlung in Organe wie Leber, Pleura, Herz, Knochen.

Nach Infektionen mit Yersinien kann es zu Folgeerkrankungen kommen, besonders zur Arthritis. Hierbei sind Erreger nicht mehr kultivierbar, die Krankheitserscheinungen be­ruhen vermutlich auf immunologischen Reaktionen mit Yersinie-Antigenen.

Ausscheidung

Bis mehrere Wochen nach Ende des Durchfalls.

Übertragung

In erster Linie über kontaminierte Lebensmittel, es ist aber auch die di­rekte Übertragung von Tieren (z. B. Schweine, Hund, Katzen) auf den Mensch möglich.

Als kontaminierte Lebensmittel kommen vor allem Milch und Fleisch (besonders vom Schwein) in Betracht, aber auch Gemüse und Salate. Die Infektionsdosis ist unbekannt, oft spielt aber die sekundäre Vermehrung des Erregers im Lebensmittel eine wichtige Rolle. Diese ist noch bei 4°C möglich!

Eine direkte fäkal-orale Übertragung ist möglich, aber selten. Die Übertragung im Kran­kenhaus von Patienten auf Pflegepersonal ist aber beschrieben.

Eine Übertragung über kontaminierte Blutkonserven ist möglich.

Therapie

In der Regel symptomatisch, bei schweren - besonders bei septischen - Verläufen zusätzlich antibiotisch.