Shigellose

Inkubationszeit

ein bis sieben Tage, in der Regel zwei bis vier Tage.

Krankheitsbild

Es kommt zunächst zu vermehrten Stuhlentleerungen, innerhalb von ein bis zwei Tagen entwickelt sich Durchfall mit Beimengungen von Schleim, Eiter und Blut. Die zahlreichen Stuhlentleerungen sind mit schmerzhaften Tenesmen verbunden. Sowohl der hohe Wasserverlust als auch die Wirkung der Toxine können über massive Beeinträchti­gung von Herz, Kreislauf und Zentralnervensystem zum Tode führen. Weiter mögliche Komplikationen sind Darmperforationen und Darmblutungen.

Die Symptome klingen nach ein bis zwei Wochen ab. Es gibt Patienten/
Patientinnen, bei denen sich eine chronische Verlaufsform mit wechselnden Durchfällen entwickelt. Dies geht nur in einem Teil der Fälle mit persistierender Erregerausscheidung einher. Bei den übrigen betroffenen Patienten ist das chronische Beschwerdebild auf eine schwere Schädigung der Nervenge­flechte in der Darmwand im Rahmen der akuten Ruhrerkrankung zurückzuführen. Am schwersten verlaufen im Allgemeinen die Erkrankungen durch Shigellose dysenteriae.

Ausscheidung

Die Ausscheidung der Shigellen kann bis zu vier Monaten anhalten, sistiert aber meist innerhalb von zwei bis vier Wochen. Chronische Verläufe mit persistierender Erregerausscheidung kommen selten vor, z. B. bei mangelernährten Kindern. Es gibt keine echten, d. h. symptomlosen Ausscheider. Vorübergehende Erregerausscheidung ohne Krankheitserscheinungen ist möglich.

Übertragung

Die Aufnahme weniger Bakterien reicht zum Angehen einer Infektion aus. Ent­sprechend häufig kommt es zu Kontakt- und Schmierinfektionen (fäkal-oraler Infektions­weg), besonders in Kindergärten, Kinderheimen und anderen Gemeinschaftseinrichtun­gen. Die Übertragung erfolgt auch über Wasser und Lebensmittel. Wenn Stuhl im Freien abgesetzt wird, können Fliegen als Vektoren fungieren und Lebensmittel mit den Erregern kontaminieren.

Therapie

Antibiotische Therapie nach Antibiogramm.