Noroviren

Inkubationszeit

12 bis 48 Stunden, es werden auch Inkubationszeiten bis zu vier Tagen angegeben.

Krankheitsbild

Plötzlich einsetzend Übelkeit, schwallartiges Erbrechen, starker Durchfall, Bauchschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl mit Kopfschmerzen, Myalgien und Mattig­keit, zum Teil auch Fieber. Dauer der Erkrankung: 12 bis 72 Stunden; Erbrechen und Durchfall können zu erheblichem Flüssigkeitsdefizit führen. Leichtere oder asympto­matische Verläufe kommen vor.

Ausscheidung

Ansteckungsfähigkeit während der akuten Erkrankung und mindes­tens bis zu 48 Stunden nach Sistieren der klinischen Symptome.

Übertragung

Die Übertragung erfolgt vorwiegend fäkal-oral. Da die für eine Übertra­gung erforderliche Infektionsdosis sehr gering ist (10 bis 100 Viren), ist die Kontagiosi­tät sehr hoch. Sie erfolgt direkt von Mensch zu Mensch (Kontakt- und Schmierinfektio­nen) sowie über kontaminierte Speisen und Getränke oder auch Gegenstände. Auch aerogene Infektionen durch virushaltige Aerosole (Erbrechen) werden angegeben. Aufgrund der hohen Ansteckungsfähigkeit treten Erkrankungsfälle meist gehäuft auf. Besonders betroffen sind Einrichtungen, in denen sich mehrrere Menschen längere Zeit aufhalten, wie Kindergärten, Schulen, Alters- und Pflegeheime sowie Krankenhäuser.

Therapie

Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes.

Empfehlungen für den Privatbereich

Das Norovirus wird am häufigsten durch direkten Kontakt zu Erkrankten und zwar zum virus­haltigen Erbrochenen oder Stuhl oder indirekt über verschmutzte Flächen wie Waschbecken oder Türgriffe übertragen. Um das Infektionsrisiko zu reduzieren, kommt es auf ein sorgfältiges Händewaschen und auf gute Toilettenhygiene an. Letzteres bedeutet zum einen die regelmäßige Reinigung der Toilettenbrille mit haushaltsüblichen Reinigern, zum anderen Handtücher sowie Hygieneartikel nur personenbezogen und nicht gemeinsam zu benutzen.

Weiterhin sollten Sie auf folgendes achten:

  • Durch Erbrochenes oder durch Stuhl verunreinigte Gegenstände und Flächen sollten Sie gründlich mit haushaltsüblichen Reinigern und unter Benutzung von Haushaltsgummi­handschuhen reinigen. Um die Keime nicht weiter zu verbreiten, ist die Benutzung von Einwegtüchern mit anschließender Entsorgung sinnvoll. Es ist nicht notwendig, im priva­ten Haushalt generell Desinfektionsmittel zu verwenden.
  • Das Geschirr kann wie üblich gereinigt werden.
  • Erkrankte sollten jedoch möglichst keine Speisen für andere zubereiten.
  • Leib- und Bettwäsche sowie Handtücher sollten mit einem Vollwaschmittel bei Tempera­turen von mind. 60°C gewaschen werden.
  • Die Hände sind vor dem Essen, nach dem Stuhlgang und nach Kontakt mit Erbrochenen oder mit Stuhl unbedingt mit Seife zu waschen.
  • Da das Virus auch nach Abklingen der akuten Krankheitssymptome in der Regel noch ein bis zwei Wochen im Stuhl ausgeschieden werden kann, sollten die genesenen Per­sonen zumindestens für diesen Zeitraum weiterhin auf eine intensive Toiletten- und Händehygiene achten.

Wie bei allen akuten Magendarminfekten gelten auch beim Norovirus für die Erkrankten folgende Empfehlungen:

  • Neben Bettruhe ist wegen der zum Teil erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auf eine entsprechende Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten zu achten. Wenn die akuten Symptome wieder abgeklungen sind, kann auch die Kost wieder langsam aufge­baut werden.
  • Bei schweren Verläufen, nämlich bei starkem Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen oder Durchfall, sollte vor allem bei Kleinkindern, bei älteren Patienten und Patienten mit Vorerkrankungen frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden.